7. Oktober 2010

ampersand

UND ...

... eigentlich ...

... einfach, aber nicht wirklich schlüssig.



Auf eigentümliche Art wird dieses kaufmännische Und als selbstverständlich angesehen. Ein etwas schrulliges Zeichen, dass irgendwo zwischen dem kursiven » und einer schwungvollen »8« liegt und mit zugekniffenen Augen vielleicht eine Verwandschaft zum kleinen »k« aufweist. Soviel ist sicher, keines der drei Zeichen hat auch nur im Entferntesten mit ihm zu tun.


Ich frag mich warum sich niemand über diesen Exot wundert, der in unserem Alphabet nicht vorkommt aber in beinah jedem zweiten Firmennamen zu sehen ist. Woher kommt dieses DING von Buchstaben, das keiner ist und warum hat mir keiner was darüber erzählt?
Und überhaupt, wie komme ich dazu mir dessen Schreibweise selber beizubringen, anstatt wie bei seinen 26 Vettern behutsam von einer engagierten Junglehrerin herangeführt zu werden?

Scheinbar wundere ich mich doch nicht als einziger, irgendjemand muss schließlich den entsprechenden Wikipedia-Artikel verfasst haben. Den gibts auch auf deutsch, allerdings bei weitem nicht so ausführlich bebildert und irgendwie seichter als das englische Pendant – warum das so ist frag ich mich ein andermal.

Irgendwie ist dieses »&« das »ß« für Erwachsene. Das »Ess-Zett« ist wenigstens nachvollziehbar, gewachsen aus – wie der Name sagt – »s« und »z«. Wenn man die beiden Buchstaben in einer Fraktur-Schrift ansieht fehlt nicht mehr viel Fantasie zur fertigen Ligatur.

Das »&« ist anders. Schon der Name »Ampersand« ist eine Zumutung. Mit Amper hat es noch weniger zu tun als mit a, 8, k oder Kaufmännern, und die schottische Benennung »Epershand« hilft ohne weitere Erklärung auch nicht weiter ...


Dabei wäre es einfach ... nicht weiter als eine Ligatur, ein schwungvolles »et« (lat. und), soll es sein und irgendwie ist eine Verwandschaft da, mit zugekniffenen Augen und über den Daumen gepeilt.

Bei modernen Schriftarten wie der "Trebuchet MS" – – ist die Verwandschaft plötzlich ganz klar.

Wen man dann noch weiß, dass bei der Aufzählung des englischen Alphabets Buchstaben, die alleinstehend auch eine Bedeutung haben, mit der Präposition »per se« versehen wurden, erklärt sich wie der allerletzte Buchstabe (also ist er doch im Alphabet) zu »and per se and« und schließlich »ampersand« wurde.

Treffend daher die richtige deutsche Bezeichnung: »Et-Zeichen«

http://en.wikipedia.org/wiki/Ampersand

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