Meine Hände auf der Tastatur, die die Schaltkreise und Transistoren meines Laptops verkleidet, kommt mir in den Sinn, wie ein Physikprofessor einmal erklärte, dass beim Unterbrechen eines Stromkreises ein letzter Funken durch ihn fährt. Nicht dass ich mich frage was mit dieser Spannung in meinem Rechner passiert, die Herren Ingenieure werden dafür Lösungen gefunden haben, aber ein anderer Gedanke drängt sich mir auf.
Ist es nicht so, dass das menschliche Gehirn aus Synapsen besteht, die durch minimale elektrische Ströme kommunizieren?
Gehe ich nun davon aus, dass sich meine graue Masse bei einem solch gravierenden Eingriff ähnlich wie ein gewöhnlicher Stromkreislauf verhält, könnte doch auch beim Sterben, beim Ausschalten meines Kopfes, ein solcher letzter, stärkerer Funke durch meine Synapsen fahren.
Diese Vermutung erlaubt mir eine schöne Erklärung für übermenschliche, paranormale Nahtoderfahrungen. Gehe ich in Folge nämlich davon aus, dass mehr Strom auch zu mehr Leistung führt würde dieser letzte Moment so zum erkenntnisreichsten und klarsten Augenblick eines menschlichen Lebens. Ich stelle mir einen Funken vor, der wie eine Welle des Verstehens in ungeheurer Geschwindigkeit ein letztes Mal das Gehirn erleuchtet, dessen Bewusstsein in ihm gefangen bleibt, ewig, denn um das unmittelbar darauffolgende Ende zu erfassen, fehlt ihm der Antrieb. Kein Nachglühen mehr, nur dieser eine, letzte, unmessbar kurze und gleichzeitig ewige Moment.
Der rest der Welt lebt weiter aber unser Subjekt, derjenige, der diesen Tod erfahren hat, bleibt in jenem Zeitpunkt hängen, es gibt für ihn kein Danach. Ein invertierter Urknall. Das Ende eines Miniversums.
11. März 2008
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